Das System NSU

"Das System NSU"

Im Mai 2013 begann vor dem Oberlandesgericht München der sogenannte „NSU-Prozess“. Im Herbst 2017 wird der Prozess nach über vier Jahren und etwa 400 Verhandlungstagen voraussichtlich zu Ende gehen. Unabhängig davon, welchen Ausgang der Prozess nimmt: Es bleiben mehr Fragen als Antworten. Wie konnte über einen so langen Zeitraum der NSU ungehindert agieren? Wie groß war das Unterstützerumfeld? Welche Rolle kommt dem Verfassungsschutz zu? Wie kann es sein, dass beispielsweise der Mitarbeiter des Verfassungsschutzes Andreas Temme sich während dem Mord an Halit Yozgat, am Ort des Verbrechens befand, doch von der Tat angeblich nichts mitbekommen haben will? Warum wurde von den ermittelnden Behörden so lange ein rassistischer Hintergrund ausgeschlossen und stattdessen von „Döner-Morden“ gesprochen? Und was sagt dies eigentlich über die gesellschaftliche Akzeptanz und Verbreitung von rassistischen Vorurteilen aus? Für uns ist klar, auch nach dem Ende des Prozesses wird vieles im Unklaren bleiben. Doch ein Ende des Prozesses bedeutet nicht, dass das Thema damit abgeschlossen wäre. Daher werden wir versuchen mit einer Veranstaltungsreihe im Oktober 2017, dem Komplex „NSU“ aus unterschiedlichen Perspektiven zu thematisieren.

Veranstaltungen

Die Ausstellung "Die Opfer des NSU und die Aufarbeitung der Verbrechen" (www.opfer-des-nsu.de) wurde in den Jahren 2012 und 2013 von Birgit Mair im Auftrag des Instituts für sozialwissenschaftliche Forschung, Bildung und Beratung (ISFBB) e.V. erstellt. Die bilderreiche Ausstellung setzt sich auf 22 Tafeln mit den Verbrechen des NSU in den Jahren 2000 bis 2007 sowie der gesellschaftlichen Aufarbeitung nach dem Auffliegen des Nationalsozialistischen Untergrundes im November 2011 auseinander.

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5. Oktober 2017, 19 Uhr

Diese Veranstaltung legt den Fokus auf die Perspektiven der Opfer und deren Angehörigen. Und dieses auf zweifache Art und Weise: Einführung bietet die Bühne für Menschenrechte ein Monolog (30 Minuten) aus den "NSU-Monologen" dar. Anschließend wird Birgit Mair über die Entstehungsgeschichte der Ausstellung "Die Opfer des NSU und die Aufarbeitung der Verbrechen" sprechen und diese näher vorstellen.

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9. Oktober 2017, 19 Uhr

Im Film DER KUAFÖR AUS DER KEUPSTRASSE lernen wir Menschen kennen, denen - obwohl sie völlig unschuldig sind - die Mitverantwortung für einen Bombenanschlag zugeschrieben wird. Dabei sind sie die wahllosen Opfer der Mörderbande "Nationalsozialistischer Untergrund" (NSU), deren Tat sie nur mit viel Glück überlebt haben.

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16. Oktober 2017, 19 Uhr

Der Dokumentarfilm "Der NSU-Komplex - Die Rekonstruktion einer beispiellosen Jagd" von Stefan Aust und Dirk Laabs liefert einen umfassenden Überblick über die Hintergründe des NSU-Terrors, präsentiert erstmals interne Ermittlungsergebnisse, legt Widersprüche offen und erläutert politische und gesellschaftliche Hintergründe."

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17. Oktober 2017, 19 Uhr

Wie konnte der NSU so lang morden? Wie viel ist ein Menschenleben angesichts des "Staatswohls" wert? Wer lügt und warum? Wir gehen davon aus, dass die Politik des NSU als Angriff auf die Gesellschaft der Vielen nicht zu Ende ist. Offensichtliche Fragen drängen sich ebenso auf wie die zur Schau getragene Straflosigkeit von Verantwortlichen in Verfassungsschutz und staatlich-politischen Entscheidungsstellen dazu auffordern, keinen Schlussstrich zu ziehen.

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Realisiert aus Mitteln der